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In unserer Gesundheitspraxis wird das Ansetzen von Blutegeln praktiziert.

Bereits vor dem 5. Jh. Vor Christi Geburt war die Blutegelbehandlung ein fester Bestandteil der Heilkunst. Sowohl griechische als auch römische Gelehrte haben diese Technik bereits kurativ in großem Rahmen angewandt.
 
Im Mittelalter setzte sich diese Behandlung auch in unseren Breiten durch. Die damaligen Ärzte hatten Anwendungsgebiete und die Techniken so weit erforscht, so dass heute kaum etwas prinzipiell Neues zugefügt werden könnte, abgesehen davon, dass man heute viel mehr über die Heilkraft des Egels und seine Anwendungsgebiete weiß.  
Viele Krankheitsbilder wurden seither mit Blutegeln behandel.

In Frankreich kam es im 18. Jh. zu einer regelrechten „Blutegelschwemme“, es wurden bis zu 30 Tiere angesetzt. 1850 wurden allein in Frankreich rund 100 Millionen Blutegel „verbraucht“. – Heute werden bei uns 300 000 bis 400 000 Blutegel jährlich verwendet.

Lebensraum der Egel ist das Wasser. Fast ihr ganzes Leben verbringen sie dort – mit Ausnahme der Fortpflanzungszeit, in der sie ihre Eier in der feuchten Ufererde ablegen. Für viele Menschen ist der Blutegel nichts anderes als ein unansehnlicher Wurm. Bei näherer Betrachtung stellt sich der Blutegel jedoch als äußerst sensibles Tier dar. Blutegel kommen bis zu 24 Monaten ohne neue Nahrung aus, wenn er sich vorher ausreichend mit Blut versorgt hat. Blutegel werden bis zu 30 Jahre alt und bis zu 20 cm groß.

 

Blutegelbehandlung

Indikationen:

  • Bursitis (Schleimbeutelentzündung)
  • Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
  • Thrombophlebitis (Venenentzündung)
  • Arthritis
  • Tonsillitis (Mandelentzündung)
  • Appendizitis (Blinddarmentzündung)
  • Tendovaginitis (Tennisarm)
  • Herpes zoster (Gürtelrose)
  • Thrombose
  • Tinnitus
  • Varikosis (Krampfadern)
  • Schmerzen
  • Depressionen
  • Hypertonie (hoher Blutdruck)
  • In der Unfallchirurgie

Kontraindikationen:

  • Hämophiliepatienten (Bluterkrankheit)
  • Diabetes (nur bei schon sehr schlechter Wundheilung)
  • Bei Wundheilungsstörungen im Allgemeinen
  • Bei Patienten, die butgerinnungshemmende Arzneitmittel nehmen (z.B. Marcumar, Acetylsäure) oder einer vorgeschaltenen Vit.-C-Hochdosis-Therapie.
  • Schwäche
  • Hohes Alter
  • Untergewicht, Auszehrung
  • Anämie
  • Allergische Disposition (Eiweißallergie)

Vorgehensweise in der Praxis:

Pro Patient werden vier bis sechs Blutegel benutzt. Der Patient sollte sich zuvor mit neutraler Seife und klarem Wasser gewaschen haben. Es dürfen keine Duftstoffe mehr auf der Haut sitzen.

Jeder Blutegel wird unmittelbar vor der Behandlung „geduscht“ und dann punktgenau aufgesetzt.

Noch hat der Blutegel eine Größe von etwa 3 – 6 cm. Kurz nach dem Festsaugen wird der Egel „beißen“. Dieser Prozess dauert etwas und verursacht ein auszuhaltendes örtliches Brennen ( wie leichter Kontakt mit Brennnessel). Der Blutegel setzt eine sterile Wunde. Nun folgt die Infiltration seiner körpereigenen Stoffe, und nach wenigen Minuten beginnt die Saugphase des Egels. Er füllt nun seinen Körper, bis er sein vier- bis sechsfaches Volumen erreicht hat. Im Schnitt nimmt er 8-10ml Blut auf.

Bis zur Sättigung benötigt das Tier eine halbe Stunde bis 2 Stunden. Dann fällt es ab.

 

 

Blutegelbehandlung

Mögliche Reaktionen nach dem Ansetzen des Blutegels:

Häufig:
  • Mäßiger bis starker Juckreiz im Bereich der Bissstellen und Anschwellungen der regionalen Lymphknoten.
  • Rötung und leichtes Anschwellen einer Extremität, vor allem dann, wenn nicht wie besprochen hochgelagert wurde.
Selten:
  • Sekundärinfektionen. Starke allergische Reaktionen, meist dann lokal.
  • Unerwünschte starke Nachblutung. Pigmentstörung an den Bissstellen und Keloidbildung (Narben). Temperaturerhöhung, Abgeschlagenheit, generalisierter Juckreiz.

Nachbehandlung

Verbinden: Sobald der Verband durchgeblutet ist, sollte dieser gewechselt werden. Die ersten zwei bis drei Tage unbedingt sterile Kompressen verwenden. Die Wunde soll bis zur völligen Abheilung mit einem Pflaster verbunden bleiben. Falls die Bissstellen vorher mit Bekleidung, insbesondere mit Kunstfaser in Berührung kommen, kann dies zu starkem Juckreiz führen.

Waschen: Sobald sich eine Kruste gebildet hat- meist nach Tagen- ist Duschen möglich; Baden soll man acht Tage nach der Behandlung nicht.

Gymnastik: mehrmals täglich im Liegen mit den Beinen „Radfahren“.

Schonung: Um eine zu starke Nachblutung zu verhindern, ist  es sehr wichtig, am Tag der Behandlung und am darauf folgenden Tag das betroffene Bein möglichst hoch zu lagern. Zu vermeiden sind längeres Gehen und Stehen.

Nachblutung: diese ist für die Therapie sehr wichtig und dauert im Normalfall bis zu 30 Stunden.

Traumeeltropfen: sollen zur Vorbeugung einer Wundinfektion genommen werden und zwar tägl. 2mal 10 Tropfen.

Traumeelsalbe: sobald die Nachblutung vorbei ist, 2mal tägl. dünn auftragen.

Entzündung: bei Rötung, Juckreiz, Schmerzhaftigkeit sofort Topfenumschläge machen und Eis auflegen; bei anhaltenden Schmerzen bitte Rücksprache halten!

Trinken: um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, sollten sie möglichst viel trinken;  keine Fruchtsäfte, sondern Wasser , Kräutertees, Rohnensaft.

Juckreiz: Fenistilsalbe; Ledum D6  2 mal 5 Globuli.

Bitte beachten sie diese Hinweise, um einen möglichst guten Therapieerfolg zu erzielen!

 

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Preise inkl. 20 % MwSt.

 
 
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